Verfasst von: andreasrieger | Mai 28, 2010

Andile im Stadtspiegel

Das wird ein Fußballfest!

Der Krefelder Andreas Rieger feiert die WM besonders farbenfroh. Foto: aro

Krefeld (aro). Die südafrikanische Flagge hat Andreas Rieger von der Wand seines Zimmers abgenommen, das grüne Trikot vom „Confederations Cup 2009“ und eine Vuvuzela-Tröte liegen bereit: Wenn ab dem 11. Juni die Fußball-Weltmeisterschaft über die Bildschirme flimmert, dann drückt der 21-Jährige nicht nur der deutschen Elf, sondern vor allem den Südafrikanern die Daumen. Vor einem guten halben Jahr ist er aus dem WM-Land zurückgekehrt, wo er seinen Zivildienst in einer Behindertenschule absolviert hat. Nicht in der Hauptstadt Pretoria oder in den Großstädten Johannesburg und Kapstadt, sondern auf dem Lande, in der Kleinstadt Harding. „Die Südafrikaner sind unglaublich verrückt auf Fußball“, bestätigt er die Eindrücke, die man anhand von Fernsehbildern im Vorfeld der WM gewinnen kann. „Die Zuschauer machen aus jedem Spiel eine Riesenparty, tanzen im Stadion und machen von der ersten bis zur letzten Minute einen Höllenlärm mit ihren Vuvuzelas.“ Dass in Deutschland relativ wenig WM-Tickets verkauft worden sind, kann Andreas Rieger nicht verstehen: „Woran liegt das, ist das die Angst vor dem Unbekannten? Wenn ich höre, Südafrika sei kein sicheres Land, muss ich immer schmunzeln.“ Als Tourist ist der Krefelder Andreas Rieger schon mehrere Male mit seiner Familie in afrikanischen Ländern unterwegs gewesen. Gerade in Südafrika könne man sich als Europäer sicher fühlen, meint er: „Die Städte sind alle sehr europäisch geprägt.“ Natürlich gebe es – wie in jeder größeren Stadt auf der Welt – sogenannte No-Go-Areas, die man nach Einbruch der Dunkelheit besser meidet. „Die stehen aber in den Reiseführern, und auch die Hotelangestellten geben gern Empfehlungen, damit man vor unangenehmen Überraschungen geschützt ist.“
Während das Fußballfieber auch in Deutschland steigt, überlegt Andreas Rieger, sich spontan Flugtickets zu besorgen und wieder nach Südafrika zu reisen. Weil die Nachfrage gering ist, sind Flüge zurzeit schon ab 500 Euro zu haben. „Es wäre schon klasse, die Stimmung vor Ort mitzuerleben“, seufzt er. Sollte das nicht klappen, wird er die WM zusammen mit Freunden vor dem Fernseher erleben – und dabei natürlich sein grünes Südafrika-Trikot tragen und die Vuvuzela-Tröte zum Einsatz bringen.

http://www.stadt-spiegel-krefeld.de/index.php?id=2154&doc=18174

Verfasst von: andreasrieger | April 4, 2010

Wieder in Deutschland

Liebe Afrika-Freunde!!!

Ich schaue aus dem Fenster meines Zimmers: Im Garten fängt langsam alles an zu blühen. Die Amseln, Elstern und Meisen fliegen fröhlich von Baum zu Baum und bauen ihre Nester. Der kalte, graue Winter ist endlich vorbei. Es ist Ostern!

Nach einigen Wochen Eingewöhnungszeit bin ich wieder voll und ganz in Deutschland angekommen. Auch wenn Afrika noch gar nicht so lange her ist, scheint es doch schon so fern. Noch einmal möchte ich mich bei allen Leuten bedanken, die sich für meinen Freiwilligendienst in Südafrika interessiert haben. Ich wünsche euch allen noch ein schönes Osterfest!!

Sala kahle & Sobonana futhi!

Usambara Mountains/Irente View Point, Tanzania

Verfasst von: andreasrieger | November 27, 2009

Neues aus Tansania!!!

Verfasst von: andreasrieger | November 17, 2009

Tanzania – Dar es Salaam

Liebe Leute!

Lange habe ich mich nicht gemeldet. Aber es geht mir weiterhin super! Wir sind gestern in Dar es Salaam angekommen, der Hauptstadt von Tanzania. Ich fuehle mich Zuhause, auch wenn es schon etwas her ist… Von hier werde ich in ca. 5 Wochen zurueck nach Deutschland fliegen. Die Erfahrungen, die ich in Zambia und Malawi gemacht habe sind wundervoll! Leider brauche ich wahrscheinlich Tage um alles aufzuschreiben und mit meinem Tagebuch hinke ich bereits mehr als  zwei Wochen hinterher. Auch jetzt ist die Zeit leider wieder knapp.

Liebe Gruesse aus Tanzania und bis bald!!

Euer Andile

Verfasst von: andreasrieger | Oktober 20, 2009

Reisebericht Nr.3 – Zambia, Lusaka

Reisebericht Nr.3 Zambia, Lusaka

Nach einer etwas laengeren Pause melde ich mich endlich mal wieder aus dem suedlichen Afrika. Wir befinden uns gerade in Lusaka, der Hauptstadt Zambias. Bisher hatten wir nur Glueck auf unserer Reise. Immer wieder treffen wir die “coolsten” Typen des Landes und verbringen die meiste Zeit unserer Reise mit den ”locals”.

Auf dem Weg von Ramotswa nach Maun (Haupt-Touristenort, von hier aus starten Safaris in das beruehmte Okavango Delta und die anliegenden Nationalparks) lernen wir auf peinliche Art und Weise Mpho kennen. Wir unterhalten uns die ganze Fahrt ueber auf Deutsch, erzaehlen so viel Muell und haben natuerlich keine Ahnung, dass sich in dem einheimischen Bus tatsaechlich noch zwei (!) andere Personen befinden, die Deutsch sprechen koennen. Mpho hat 10 Jahre in Deutschland gelebt und dort seine Ausbildung beim Militaer gemacht. Nun wohnt er wieder in Maun und arbeitet als Automechaniker. Er ist superfreundlich und bietet uns einen Lift zu dem etwas weiter entfernten Okavango River Lodge Backpackers an, wo wir Vier zum ersten Mal unsere beiden Zelte aufschlagen.

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Auch an den naechsten Tagen hilft uns Mpho und gibt uns immer wieder kostenlose Lifts vom Backpackers zur Town und spaeter wieder zurueck.) Wir ziehen um in das Old Bridge Backpackers. Hier ist es nochmal schoener, es sind viel mehr Leute da und unsere Safari in den Moremi National Park startete von hier aus. Die Safari und auch der Park waren nicht so spektakulaer, wie mir Leute zuvor berichteten. Es war wahrscheinlich einfach nur zu heiss. Schon morgens gegen 10.oo Uhr, als wir mit unserem schicken Safari-Jeep durch den Park fuhren, war es so unendlich heiss, dass wir uns kaum noch bewegen konnten. Und die Tiere verschwanden alle tief im Busch um sich vor der Hitze zu schuetzen. Das achtkoepfige Loewenrudel hat dann nach einem etwas anstrengendem Tag wieder alle gluecklich gemacht. Mich haben viel mehr die Voegel fasziniert. Marabus, Schreiseeadler, zwei Sekretaere und acht Ground Hornbills. Die letzte Nacht in Maun uebernachten wir in Mpho`s Haus und haben einen grossen Braai.

Wir verlassen den Touristenort Maun und ich bin tatsaechlich nicht ein einziges Mal im Okavango Delta gewesen. Aber fuer einen Mokoro-Trip (einheimisches Boot aus Baumstamm geschnitzt) waere es einfach viel zu heiss gewesen. Wir fahren mit dem Bus nach Nata. Von hier aus muessen wir trampen. Nach stundenlangem Warten in der moerderischen Mittagshitze finden wir zwei Lastwagenfahrer, die uns jeweils zwei Plaetze anbieten. Die Reise geht durch die totale Wildnis. Ueberall sind Strassenschilder: “Vorsicht vor wilden Tieren, vor allem bei Nacht”. Am Ende sehen wir tatsaechlich zwei Elefanten direkt am Fahrbahnrand. “Die sehe ich hier jedes Mal…”, sagt unserer Fahrer.

Unser naechster Stop ist Kasane. Kasane ist wunderschoen! Die Kleinstadt liegt direkt am Chobe River, neben dem Chobe National Park, der Park mit der hoechsten Elefantenpopulation auf der Welt. Besonders ist, dass hier die wilden Tiere aus der Umgebung auch gut mal durch die Stadt laufen koennen. Wir zelten in der Chobe Safari Lodge, unglaublich luxurioes und viel zu viele alte, deutsche Touristen…

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Als ich an einem Abend von einer Boots-Tour auf dem Chobe River (riesige Elefanten und Bueffelherden aus der naechster Naehe) zurueck komme, haben Lukas, Joni und Konsti bereits unsere naechsten Engel kennen gelernt: Vincent`s Safari Crew. Vincent ist gerade mit einer Safari fertig und hat nun einen eintaegigen Stop in Kasane, faengt dann hier wieder neue Touristen ab und faehrt mit ihnen sofort in die National Parks. Es ist unglaublich, was uns Vincent anbietet: Wir fahren am naechsten Tag mit ihm auf Safari in den Chobe National Park und muessen nur den Parkeintritt, sowie 40 Pula (ca. 4 Euro) Tankgeld bezahlen!!!

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Bevor es in den Park geht, machen wir noch einen Stop an einer Stelle, die Touristen wahrscheinlich noch nie zu Gesicht bekommen haben: Lowani, ein Mann mit unglaublichen Wissen ueber Flora und Fauna, bringt uns zu einer Badestelle am Chobe River. Hier ist er bereits als kleiner Junge gewesen. Wir waten durch kleine Fluesse und haben unglaublich Angst, dass wir mit unseren Sachen ins Wasser fallen. Lowani zeigt uns eine Pflanze, die bei Beruehrung schrumpft (Schutzmechanismus gegen Tiere). Wir sind unglaublich fasziniert, wie sich ploetzlich die Blaetter des kleinen Strauches verkleinern. Lowani zeigt uns ebenfalls ein riesiges Krokodil und ein paar Flusspferde aus naechstes Naehe. Der Schreiseeadler kreist ueber uns und schreit. Endlich sind wir angekommen: Eine relativ ueberschaubare Stelle am Chobe River mit Stroemung! Wir ziehen uns bis auf die Boxershorts aus und springen mit Lowani in den Fluss… in dem wir 100m weiter noch das riesige Krokodil gesehen haben!

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Die Safari in den Chobe National Park war atemberaubend. Wir kamen genau zur richtigen Zeit: Ein Sturm kam auf, der Himmel verfinsterte sich und es began zu regnen. Wir standen mit unserem Safari-Auto auf der Strasse, ca. 100-200m von dem Ufer des Flusses entfernt. Ploetzlich kamen riesige Elefantenherden (z.T. ueber 50) von dem Wasser in den Busch gerast, also genau auf uns zu! Die Elefanten trompeteten laut gegen den Wind. Das Bild war einmalig, nicht auf Kamera zu bringen. Ich habe noch nie so etwas in meinem Leben gesehen… Die gesamte Safari war einfach nu rein Traum. Vor allem, weil wir mal wieder mit den “coolsten” Typen unterwegs waren und sie natuerlich ihre Spaesse mit uns trieben. Am Ende konnten wir sogar noch eine Elefantenherde beobachten, die einen tiefen Nebenfluss durchquerte. Und bevor es dann ganz dunkel wurde, sahen wir noch zwei Loewenweibchen, die sich gerade fertig fuer die Jagd machten. Was haben wir nur fuer ein Glueck!

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Nun haben wir die letzte Woche in Livingstone (Zambia) verbracht, mal wieder ein Touristenort, was wir deutlich zu spueren bekamen: Die Taxifahrer zogen uns in den ersten Tagen so ab! Die beruehmten Victoria Faelle waren leider nicht so spektakulaer, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Wir kamen leider zur falschen Jahreszeit. So waren die meisten Stellen, an denen nach der Regenzeit tonnenweise Wasser faellt, trocken. Wir verabeschieden uns von Konsti, der wieder nach Kapstadt fuer seinen Rueckflug muss. Joni trifft seine Freundin Lena im Backpackers und so machen Lukas und ich uns schon mal auf den Weg nach Lusaka. Wir versuchen zu trampen. Eine Chinesin haelt irgendwann an: “Trampen koennt ihr vergessen. Ich lebe hier seit 3 Jahren.” Nach 45 Minuten bekommen wir genau den Lift, den wir uns gewuenscht haben: Ein kleiner Lastwagen mit Ladeflaeche. Wir lassen uns eine Stunde vor Dunkelheit mitten in der Wildnis ruassetzen, laufen noch einen halben Kilometer in den Busch und schlagen unsere Zelte auf. Abends am Lagerfeuer wird uns ziemlich unheimlich, denn ueberall kriechen ploetzlich riesige Spinnen aus dem Busch…

Verfasst von: andreasrieger | Oktober 2, 2009

Reisebericht Nr.2 – Botswana; Ramotswa

Reisebericht Nr.2 – Botswana; Ramotswa

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Der Fluss will uns gern in die Freiheit tragen,
wir müssen nur wagen,
uns treiben zu lassen.
(R. Bach)

BILD0231 Die ganze Woche auf dem Pich-Up

Nachdem Joni und ich unseren ersten Schock in Joburg City verkraftet haben, gehts gleich mit dem naechsten Abenteuer weiter: Kurz vor der Grenze nach Botswana merken wir, dass unser Visum bereits einen Tag abgelaufen ist! Ich muss R1000 Strafe bezahlen.

Die erste Nacht in Gaborone (Hautstadt von Botswana) verbringen wir bei Walter. Ich hatte ihn bei Couchsurfing kennengelernt. Er holt uns von der Busstation ab und wir koennen kostenlos in seinem kleinen Zimmer uebernachten.

Couchsurfing ist eine tolle Sache. Jeder kann im Internet seine Couch fuer Reisende zur Verfuegung stellen. Es ist nicht nur toll eine kostenlose Unterkunft fuer die Nacht zu haben. Man kommt so auch am besten mit den Einheimischen in Kontakt und kann sich viele nuetzliche Tips zum Reisen holen.

Am naechsten Tag treffen wir uns mit Setho. Auch ihn hatte ich bei Couchsurfing kennengelernt. Er wirkt um einiges “cooler” als der etwas schuechterne Walter und so entscheiden wir uns spontan mit Setho nach Ramotswa zu fahren.

Ramotswa liegt ungefaehr 40 km ausserhalb von Gaborone, mitten auf dem Land. Es ist das schoenste, idyllischste Dorf, das ich je in meinem Leben gesehen habe. Ueberall laufen Esel und Glucken mit ihren Kueken herum.    

SDC10639 Setho mit seiner Frau Mumsi

SDC10373 Eine Strasse in Ramotswa

SDC10505 Beim Fischen

PICT0218 Am Ende tatsaechlich erfolgreich!

SDC10495 Und es wurde auch noch “gebraait”…

Die ersten beiden Naechte bei Setho, seiner Frau Mumsi und deren Sohn Jayvyn sind so wundervoll, dass wir fragen, ob auch Lukas und Konsti, mit denen wir uns eigentlich in Gaborone treffen wollten, fuer eine Nacht nach Ramotswa kommen koennen. Am Ende bleiben wir anstatt 2 Naechten mehr als eine ganze Woche!!! Schon wieder habe ich das Gefuehl, dass wir bei den coolsten Leuten gelandet sind. Mal wieder hatte ich das grosse Glueck Freunde am anderen Ende der Welt machen zu koennen…

Verfasst von: andreasrieger | September 26, 2009

Reisebericht Nr.1 – Suedafrika; Johannesburg

Reisebericht Nr.1 - Suedafrika, Johannersburg

Der erste Tag unserer langen Reise war wahrscheinlich schon der aufregendste, gefaehrlichste, spannendste und schoenste zugleich. Nach einer 7stuendigen, eher langweiligen Fahrt von Durban nach Johannesburg, kommen Joni (Ex-Freiwilliger von Streetwise, einem Shelter fuer Strassenkinder in Durban) und ich mitten in der Grossstadt an.  So super verplant wir sind, haben wir natuerlich noch keine Unterkunft fuer die Nacht. Noch toller ist, dass keiner von uns beiden den Coast to Coast dabei hat (ein Buch, dass ueber viele einfache Backpackers/Jugendherbergen Auskunft gibt). Somit bleibt uns beiden nur noch drei Moeglichkeiten. Wir erkundigen uns an einem Touristen-Information nach der Nummer eines Backpackers, lassen uns kostenlos abholen und sind fuer ungefaehr 10 Euro auf der sicheren Seite. Doch jede Person, die wir fragten, meinte, dass es keine Touristen-Info gaebe. Zum Glueck hatten wir noch zwei Nummern. Die eine von John Philip, den ich bei Couchsurfing kennengelernt habe. Doch da er an dem Tag unserer Abreise nicht mehr geantwortet hat und seine Wohnung laut Beschreibung sehr weit ausserhalb von Joburg City liegt, entscheiden wir uns spontan Gcobisa anzurufen.

Gcobisa haben wir bereits zwei Mal in Durban getroffen. Sie war mit meiner besten suedafrikanischen Freundin Nqobile gut befreundet. Von Nqobile hatte ich auch ihre Nummer. Somit rufe ich sie an und frage sie, ob sie ein Backpackers in der Naehe der Busstation kenne. Super Froehlich antwortet sie mir und laed uns beide in ihre WG ein. Joah… ein Privat-Taxi dorthin kostet umgerechnet 50Euro. Niemals! Wir nehmen ein Minibustaxi!

Das war ganz schoen lebensmuede von uns beiden. Denn erstens sind wir beide durch unsere Hautfarbe unglaublich auffaellig, zweitens haben wir zwei riesige Rucksaecke und alles weitere, was wir auf unserer Reise benoetigen bei uns, und drittens sind wir beide noch nie in Joburg gewesen. Gcobisa schickt uns die Adresse per SMS, sagt jedoch, dass wir hoellisch aufpassen muessen. Joburg ist etwas anderes als Durban! Hier wirst du auf der Strasse in aller Oeffentlichkeit ausgeraubt!!!

Joni und ich schmunzeln nur, belaecheln unsere eigene Unvorsicht und die Angst der Afrikaner, die hier in dem Land leben und immer wieder das Gleiche zu uns sagen. Uns ist aber nicht bewusst in was fuer ein Abenteuer wir uns da gerade stuerzen.   

Wir kaufen uns jeweils einen Apfel auf der Strasse und fragen den Verkaeufer wo  die Taxis zur Morningside abfahren. Er schreit unsere Frage ueber den ganzen Platz zu einem Kollegen, der kommt und uns freundlich den Weg erklaert, den ich sofort wieder vergesse. Am Ende weiss ich nur noch die ungefaehre Himmelrichtung. Wir laufen los… in den Tod.

Nach einer Minute steht ploetzlich wieder der junge Mann neben uns, der uns den Weg erklaert hat. Er will uns begleiten, weil uns sofort jemand gefolgt ist…

Themba heisst unser Lebensretter. Er wohnt in Soweto, einem riesigen Township nahe Joburg City. Wir laufen mitten durch die Stadt, sind die einzigen Weissen und haben riesige Rucksaecke auf unseren Ruecken. Endlich sind wir an der Taxirank angekommen, doch dann sagt Themba: “Scheisse, wir sind an der falschen Rank. Wir haetten in die andere Richtung gemusst!” 

Somit muessen wir den ganzen Weg wieder zurueck und die schweren Ruecksaecke fangen langsam an zu schmerzen. Wir werden immer nervoeser, denn je laenger wir uns in der gefaehrlichen Innenstadt aufhalten, desto gefaehrlicher ist es fuer uns. Ploetzlich zucken wir Drei zusammen: Genau einen Meter vor uns wird ein wird ein Mann durch eine Rangelei aus einer Tuere gestossen und faellt zu Boden. Wir stehen wie gelaehmt auf dem Bordstein, waehrend sich die Maenner laut anschreien. In einem hohen Bogen gehen wir an den beiden vorbei. Themba erzaehlt uns, dass auch er Angst in dieser Stadt hat und schon drei Mal ausgeraubt worden ist. Langsam bekommen wir etwas Schiss…

Endlich sind wir da. Themba verabschiedet sich und wir danken ihm mit einem coolen Handshake. Ich hatte die ganze Zeit ueberlegt wie viel Geld ich ihm geben soll. Doch Themba wollte uns einfach nur helfen. Ein Taxi faehrt vor: “Geht das zur Morningside?” “Nein. Da muesst ihr weiter ueber die Kreuzung.” Auch das noch! Ich frage einen Mann, der von hinten recht sypmatisch aussieht. Als er sich umdreht, stiert sein linkes Auge in die entgegengesetzte Richtung des rechten und der Mann schaut mich furchtbar boese an. Schnell gehen wir weiter.

Wir uerberkreuzen die Strasse und stehen endlich an der richtigen Stelle. Doch: An einer riesigen Kreuzung mitten in der Innenstadt! Es waere so leicht gewesen uns auszurauben… wir warten und warten. Doch das Taxi will und will einfach nicht kommen. Irgendwann sagt Joni zu mir: “Lass uns lieber wieder zurueck zur Busstation gehen.” Jetzt waren wir schon so weit. “Sollen wir nicht noch 5 Minuten warten?”  

Nach etwa 10 Minuten fragt mich Joni noch einmal. Die Sonne geht langsam unter und es wird immer spaeter und die Warteschlange fuer unser Taxi wird immer laenger. Problem: Wir standen gar nicht in der Warteschlange, sondern haben uns einfach hinter die ersten drei Passagiere gestellt. Am Anfang standen hier nur vereinzelte Leute. Doch inzwischen haben sich etwa 30 Personen brav in eine Schlange gestellt. Hoffentlich gibt das keinen Aerger falls ein Taxi kommen sollte…

Wir werden immer angespannter und werfen uns nervoese Blicke zu. Endlich kommt ein Taxi und waehrend sich die ersten Leute nach hinten quetschen, springe ich sofort nach vorne neben den Fahrer. Er will meinen Rucksack nach hinten verstauen. “Och noe… das passt schon so!”, sage ich und habe grosse Angst, dass mein Rucksack in das Nachbarauto oder sonst wohin wandert. Genervt sagt der Fahrer: “Nein, das passt nicht so! Ich kann doch so ueberhaupt nicht in die Spiegel gucken!”

Oh man! Ihr koennt euch nicht vorstellen, wie gluecklich ich an diesem Abend war, noch am leben zu sein. Die Anspannung von diesem Tag verfliegt rasend schnell, als uns Gcobisa und ihre Freundin (tatsaechlich traegt sie meinen Namen!) Andile von dem Busstop abholen und wir danach drei wundervolle Abende in ihrer WG verbringen.

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 Von links – Gcobisa, Joni, Andile, Andile

Verfasst von: andreasrieger | September 21, 2009

Erfahrungsbericht Nr.8

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Verfasst von: andreasrieger | September 16, 2009

Farewell-Video

Mit diesem Video verabschieden wir, Bengi und ich, uns von der Harding Special School. Hier ein paar unserer schoensten Augenblicke…

Hier ist der Link:

http://www.youtube.com/watch?v=uTXF0EFMLFQ

Verfasst von: andreasrieger | August 12, 2009

Erfahrungsbericht Nr.7

Erfahrunsgbericht Nr.7

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